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Startklar ins Leben

Der erste eigene Vertrag

Verträge sicher abschließen, Kostenfallen erkennen und Fristen im Blick behalten.

Jugendliche prüft einen Mobilfunkvertrag sorgfältig auf dem Smartphone
01 Kosten verstehen02 Fristen sichern03 Fallen erkennen

Überblick

Darum geht es

In diesem digitalen Selbstlernkurs prüfen junge Menschen Schritt für Schritt ihren ersten eigenen Vertrag. Alltagssituationen, vertonte Lerntexte, Entscheidungsspiele, ein Praxisfall, herunterladbare Arbeitshilfen und ein Wissenstest führen in etwa 43 Minuten vom ersten Angebot bis zur sicheren Kündigung. Behandelt werden Vertragsabschluss, Minderjährigkeit, Widerruf, Kündigungsfristen, automatische Verlängerungen und typische Kostenfallen. Der Kurs bietet allgemeine Verbraucherbildung und ersetzt keine individuelle Rechtsberatung. Rechtsstand: 28. September 2026.

Für wen

Zielgruppe

Jugendliche ab 15 Jahren am Übergang von Schule in Ausbildung, Studium oder Beruf

Was Sie mitnehmen

Lernziele

Die Teilnehmenden können erklären, wann ein Vertrag zustande kommt. Sie können die Besonderheiten bei Verträgen Minderjähriger einordnen. Sie unterscheiden Widerruf und Kündigung. Sie prüfen Laufzeit, Verlängerung, Kündigungsfrist und Gesamtkosten. Sie erkennen typische Kostenfallen und dokumentieren ihre Entscheidung.

Ihre Lernstrecke

Inhalte und Module

01
Lerneinheit · 3 Min. · Pflicht

Einstieg: Nur kurz bestätigt?

## Alltagssituation Du bist 17 und möchtest einen Mobilfunktarif mit neuem Smartphone. Die Werbung nennt 19,99 Euro im Monat. Im Bestellprozess erscheinen zusätzlich eine Anschlussgebühr, ein Gerätepreis und ein Streamingpaket, das nach drei kostenlosen Monaten weiterläuft. ## Deine erste Entscheidung - Würdest du jetzt auf „zahlungspflichtig bestellen“ klicken? - Welche drei Angaben fehlen dir noch für eine sichere Entscheidung? - Wer muss zustimmen, wenn du noch minderjährig bist? Notiere deine Antworten. Am Ende des Kurses prüfst du dieselbe Situation noch einmal.

02
Video · 4 Min. · Pflicht

Vertragsabschluss verstehen

## Wie ein Vertrag entsteht Ein Vertrag entsteht durch zwei passende Willenserklärungen: Angebot und Annahme. Eine Unterschrift ist dafür nicht immer nötig. Auch ein Klick, eine mündliche Zusage oder ein Kauf an der Kasse kann einen Vertrag auslösen. Bei Onlinebestellungen muss vor dem letzten Klick klar erkennbar sein, dass eine Zahlungspflicht entsteht. Eine Schaltfläche muss eindeutig beschriftet sein, zum Beispiel „zahlungspflichtig bestellen“. Eine bloße Eingangsbestätigung ist nicht in jedem Fall schon die Annahme des Angebots. Prüfe deshalb die Vertragsbestätigung. ## Vor dem Klick - Vertragspartner und Leistung - Gesamtpreis einschließlich einmaliger Kosten - Laufzeit und Beginn - Zahlungsweise - Kündigungsregeln - zusätzlich ausgewählte Pakete Speichere Angebot, Bestellübersicht, Vertragsbestätigung und Allgemeine Geschäftsbedingungen. So kannst du später nachweisen, was vereinbart wurde.

03
Video · 4 Min. · Pflicht

Minderjährigkeit und Taschengeld

## Wer darf allein Verträge schließen Kinder unter sieben Jahren sind geschäftsunfähig. Von sieben bis einschließlich 17 Jahren sind Minderjährige beschränkt geschäftsfähig. Für einen Vertrag, der nicht nur rechtlich vorteilhaft ist, brauchen sie grundsätzlich die Einwilligung ihrer gesetzlichen Vertretung. Fehlt die Zustimmung, ist der Vertrag regelmäßig zunächst schwebend unwirksam. Er wird erst wirksam, wenn die gesetzliche Vertretung ihn genehmigt. Wird die Genehmigung verweigert, ist der Vertrag unwirksam. ## Der sogenannte Taschengeldparagraph Ein Vertrag kann ohne ausdrückliche Zustimmung wirksam sein, wenn die minderjährige Person die vereinbarte Leistung vollständig mit Geld bewirkt, das ihr dafür oder zur freien Verfügung überlassen wurde. Eine feste Eurogrenze gibt es nicht. Laufende Abonnements, Ratenzahlungen und andere Verpflichtungen für die Zukunft fallen regelmäßig nicht darunter. Praxisregel: Wenn du unter 18 bist und der Vertrag laufende Zahlungen oder eine längere Bindung enthält, hole die Zustimmung vor dem Abschluss ein.

04
Video · 4 Min. · Pflicht

Widerruf richtig nutzen

## Widerruf ist nicht immer möglich Für viele Verträge, die Verbraucher online, telefonisch oder außerhalb von Geschäftsräumen schließen, besteht ein gesetzliches Widerrufsrecht. Die Frist beträgt in der Regel 14 Tage. Bei einem Kauf im Ladengeschäft gibt es dagegen nicht automatisch ein gesetzliches Widerrufsrecht. Der Widerruf muss eindeutig erklärt werden, braucht aber keine Begründung. Bewahre den Versandnachweis auf. Bei Waren beginnt die Frist grundsätzlich nicht vor Erhalt der Ware, bei Dienstleistungen gelten besondere Regeln. Es gibt Ausnahmen, etwa für bestimmte maßgefertigte Waren, schnell verderbliche Produkte, termingebundene Freizeitangebote oder entsiegelte Hygieneartikel. ## Digitale Inhalte und sofortige Leistungen Bei digitalen Inhalten kann das Widerrufsrecht unter gesetzlichen Voraussetzungen vorzeitig erlöschen, wenn du ausdrücklich dem Beginn vor Fristablauf zustimmst und bestätigst, den möglichen Verlust des Widerrufsrechts zu kennen. Widerruf beendet den Vertrag rückabwickelnd. Kündigung beendet ein laufendes Vertragsverhältnis für die Zukunft. Verwechsle beides nicht.

05
Video · 4 Min. · Pflicht

Laufzeit, Kündigung und Verlängerung

## Vier Angaben gehören zusammen Prüfe immer Vertragsbeginn, Mindestlaufzeit, Kündigungsfrist und Verlängerungsregel. Trage den spätesten Kündigungstermin sofort in deinen Kalender ein und kündige so, dass du den Zugang nachweisen kannst. Für viele Verbraucherverträge über regelmäßige Warenlieferungen oder Dienstleistungen dürfen Allgemeine Geschäftsbedingungen eine anfängliche Bindung von mehr als zwei Jahren nicht vorsehen. Eine automatische Verlängerung ist grundsätzlich nur auf unbestimmte Zeit zulässig, wenn danach jederzeit mit höchstens einem Monat Frist gekündigt werden kann. Es bestehen Ausnahmen und besondere Regeln, zum Beispiel für Versicherungen. ## Online kündigen Wenn ein Unternehmen auf seiner Webseite bestimmte entgeltliche Dauerschuldverhältnisse online abschließen lässt, muss regelmäßig auch eine leicht erreichbare Kündigungsschaltfläche vorhanden sein. Sichere die Bestätigung mit Datum und Beendigungszeitpunkt. Kündige nicht erst in der letzten Minute. Entscheidend ist häufig der rechtzeitige Zugang beim Unternehmen.

06
Video · 4 Min. · Pflicht

Kostenfallen erkennen

## Typische Fallen - Kostenloser Testzeitraum wird automatisch kostenpflichtig - niedriger Monatsbetrag verdeckt hohe Gesamtkosten - Zusatzpakete sind vorausgewählt - einmalige Anschluss-, Versand- oder Aktivierungsgebühren - Rabatt gilt nur in den ersten Monaten - Ratenpreis lässt den Gesamtpreis harmlos wirken - Käufe von Drittanbietern erscheinen auf der Mobilfunkrechnung - Kündigungsfrist und Vertragsbeginn passen nicht zur eigenen Planung ## Die Drei-Zahlen-Regel Schreibe vor dem Abschluss drei Zahlen auf: Kosten im ersten Monat, durchschnittliche Monatskosten und Gesamtkosten bis zum frühestmöglichen Vertragsende. Erst dann ist ein Angebot vergleichbar. Bei Mobilfunkverträgen kann eine kostenlose Drittanbietersperre vor ungewollten Abrechnungen schützen. Prüfe Rechnungen regelmäßig und widersprich unklaren Positionen zeitnah.

07
Test · 7 Min.

Praxisfall: Tarif, Testphase und Gerätepreis

Triff vier Entscheidungen zum Fall von Samira. Nach dem Versuch werden die richtigen Antworten und Rückmeldungen angezeigt.

08
Dokument · 4 Min. · Pflicht

Checkliste vor dem Vertragsabschluss

## Vertragspartner - Name, Anschrift und Kontaktmöglichkeit geprüft - Anbieter und Vermittler nicht verwechselt ## Leistung und Preis - genaue Leistung festgehalten - einmalige Kosten notiert - laufende Kosten notiert - Rabatte und ihr Ende geprüft - Gesamtkosten bis zum frühestmöglichen Vertragsende berechnet ## Laufzeit und Ende - Vertragsbeginn geprüft - Mindestlaufzeit geprüft - Kündigungsfrist und Verlängerung notiert - Kündigungstermin im Kalender gespeichert ## Rechte und Nachweise - bei Minderjährigkeit Zustimmung geklärt - Widerrufsrecht und Ausnahmen geprüft - Bestellübersicht, Vertrag und AGB gespeichert - keine Entscheidung unter Zeitdruck getroffen

09
Dokument · 3 Min. · Pflicht

Mustertexte und seriöse Hilfe

## Muster für einen Widerruf Betreff: Widerruf meines Vertrags vom [Datum], Vertragsnummer [Nummer] Hiermit widerrufe ich den am [Datum] geschlossenen Vertrag über [Leistung]. Bitte bestätigen Sie mir den Eingang dieses Widerrufs in Textform. Name, Anschrift, Datum ## Muster für eine Kündigung Betreff: Kündigung des Vertrags [Nummer] Hiermit kündige ich den Vertrag zum nächstmöglichen Zeitpunkt. Bitte bestätigen Sie mir den Eingang sowie das genaue Vertragsende in Textform. Name, Anschrift, Datum ## Seriöse Anlaufstellen - Verbraucherzentrale: https://www.verbraucherzentrale.de - Bundesnetzagentur für Telekommunikation: https://www.bundesnetzagentur.de/verbraucherportal - Europäisches Verbraucherzentrum bei grenzüberschreitenden EU-Fällen: https://www.evz.de - Amtlicher Gesetzestext des BGB: https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/ Die Muster sind eine allgemeine Orientierung und ersetzen keine Prüfung des Einzelfalls.

10
Test · 6 Min. · Pflicht

Wissenstest und Abschluss

Beantworte acht Fragen. Ab sechs richtigen Antworten ist der Test bestanden. Danach steht die Teilnahmebestätigung als PDF bereit.